Dritte Kundgebung unter dem Motto „Gesundheit ist keine Ware!“

Am Freitag, den 25. August 2023, versammelten wir uns um 14:00 Uhr (zum Schichtwechsel) mit 15 Personen vor dem Klinikum Olvenstedt in Magdeburg, für unsere dritte Kundgebung zum Thema „Gesundheit ist keine Ware!“ als Teil der Sozialrevolutionären Offensive.
Mit zwei Transparenten (eines zum Thema „Gesundheit ist keine Ware!“ und das Andere in Solidarität mit den Streiks der Beschäftigten im öffentlichen Dienst) positionierten wir uns vor dem Eingang des Krankenhauses (natürlich mit gewisser Distanz, um die Beschäftigten und Patient:Innen des Krankenhauses nicht zu belästigen), verteilten Flugblätter, verlasen mehrfach zwei Redebeiträge, spielten Musik und versuchten mit Krankenhauspersonal, Besucher:innen und Patient:Innen, welche kamen oder gingen, ins Gespräch zu kommen.
Ob Besucher oder Personal des Krankenhauses, die Resonanz auf die Aktion war durchweg Positiv. Unsere Flugblätter schafften es sogar bis in die Pausenräume der Belegschaft. Diese forderte uns zudem auf, den Druck zu erhöhen. Dass wir in knapp zwei Stunden all die 200 Flugblätter verteilten, die wir dabei hatten, zeigt deutlich wie groß das Interesse an dem Thema ist.
In Diskussionen mit den Menschen wiesen wir außerdem daraufhin, dass wir mit der Kampagne versuchen, die verschiedenen sozialen Kämpfe miteinander zu verknüpfen. Um etwas gegen die Abwelzung der Probleme auf uns Arbeiter:Innen und Arbeitslose, also das Proletariat, zu unternehmen. In diesem Rahmen gehen wir mit Kundgebungen nicht nur vor Krankenhäuser, sondern auch vor Lebenshilfewerkstätten und die SWM, organisieren Volksküchen, verteilen Lebensmittel, bieten Rechts- und Sozialberatungen und verschiedene andere Selbsthilfeangebote an. Außerdem entwickeln wir über einen Podcast und verschiedene Veröffentlichungen, ob gedruckt oder im Netz, Gegenstandpunkte. All diese Kämpfe tragen wir außerdem am 1. Mai und dem 3. Oktober geballt auf die Straße.
Das Klatschen der Menschen an der gegenüberliegenden Bushaltestelle, zum Ende des Redebeitrages von der Gruppe frauenkampftag_sfo, bei dem eine Genossin von den Problemen in ihrer Ausbildung in der Pflege berichtete, werteten wir als Zustimmung. Eine Frau meinte zur Beseitigung der Probleme reiche es, richtig zu wählen. Damit war wie sich herrausstellte die AfD gemeint, welche aber in unseren Augen die Neoliberale Umstrukturierung noch autoritärer durchsetzen wird. Es sei hier von unserer Seite noch einmal klar betont, dass es keine rechten Krisenlösungen gibt. Sondern das ein Wahlerfolg dieser Partei die soziale Abwärtsspirale und die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben nur noch beschleunigen wird.
Ein paar Menschen haben uns darauf angesprochen, dass das Thema der Kundgebung wichtig sei und sie auf eine Veränderung hoffen. Dass sie allerdings auch den Glauben daran verloren haben, dass Protest etwas ändert. So meinte zum Beispiel eine Angestellte, dass die letzte Welle an Demonstrationen in Corona-Zeiten auch nichts gebracht hätten. Mit dieser Aussage wurde deutlich, dass unsere Klasse die Notwendigkeit sieht Strukturen aufzubauen, welche den Protest der Menschen in Richtung Widerstand führen. Es reicht nicht aus zu fordern, sondern es müssen Wege gefunden werden, wie wir als Träger:Innen dieser Gesellschaft zu unserem Recht kommen. Dem stimmen wir zu, weshalb wir wie erwähnt mittels der Sozialrevolutionären Offensive, Bewegung in die Sache bringen wollen, und uns mit den Beschäftigten austauschen und ihren Widerstand unterstüzen. Wir wollen Ansätze für einen gemeinsamen Widerstand finden. Aus unserer Sicht ist der einzige Weg dahin, eine Bewegung aufzubauen in der sich die verschiedenen Initiativen gegenseitig unterstützen und aufeinander beziehen. Denn nur so können wir unsere Schwäche im Klassenkampf überwinden. Dass eine Beschäftigte des Krankenhauses meinte, sie werde unsere Flugblätter auf ihrem Instagram-Kanal posten, können wir als einen ersten Schritt für soetwas sehen. Der Weg ist eindeutig noch sehr lang, aber mit dieser Kundgebung haben wir wieder ein paar Schritte in die richtige Richtung gemacht. Wir möchten uns noch bei allen Helfer:Innen, Unterstüzer:Innen und interessierten Menschen mit denen wir ins Gespräch gekommen sind bedanken. In der Hoffnung, dass weitere Menschen die Notwendigkeit erkennen, dem Klassenkampf von oben, der uns in die Armut treibt, etwas entgegenzustellen und sich deswegen an den Aktivitäten der Sozialrevolutionären Offensive beteiligen, werden wir weiter machen.

Gesundheit ist keine Ware – Gesundheitswesen in Öffentliche Hand!
Solidarität mit den Streiks des öffentlichen Dienstes!
Gegen die Diktatur der Banken und Konzerne – Für Frieden, Freiheit und Sozialismus!

Heraus zum Antikriegstag am 1.9.2023

Anderthalb Jahre sind vergangen seit dem russischen Angriff auf die Ukraine. Seitdem wurden Hunderttausende getötet oder verletzt, ganze Städte und Regionen liegen in Schutt und Asche. Die Herrschenden in Russland und im NATO-Lager treiben den grausamen Abnutzungskrieg ohne Rücksicht auf Verluste weiter voran. Und es ist kein Ende in Sicht.

Die Regierenden in Deutschland sind von Beginn an in das westliche Kriegsgeheul eingestiegen und haben selbst einen entsprechenden Kurs eingeschlagen: Bereits wenige Tage nach Kriegsbeginn haben sie eine „Zeitenwende“ verkündet. Was das bedeutet, wird nun langsam deutlich:

  • Milliarden für die Aufstockung des Verteidigungshaushaltes und eine rigide Sparpolitik in den Bereichen Soziales, Bildung und Gesundheit,
  • ein Wirtschaftskrieg, der vor allem der einfachen Bevölkerung das Geld aus den Taschen zieht
  • eine weitere Ankurbelung von Waffenlieferungen und der Kriegseskalation in der Ukraine

Wohin dieser Kurs gegen die eigene Bevölkerung gehen soll, hat SPD-Chef Lars Klingbeil deutlich gesagt: 80 Jahre angeblicher deutscher Zurückhaltung auf internationaler Ebene sollen nun vorbei sein – Die aktuelle Kriegslust scheint alle Lehren aus der deutschen Geschichte vergessen zu machen.

Es geht den Regierenden nicht um Frieden, Demokratie und Menschenrechte. Es geht um politische Einflusssphären, um Märkte, Ressourcen und Handelswege. Das Gerede vom „Wertewesten“ ist reine Heuchelei: Der Angriffskrieg der Türkei gegen die demokratisch organisierte Bevölkerung und die Befreiungsbewegung in Kurdistan und die türkische Besetzung von Gebieten in Nordsyrien wird im NATO-Lager durchweg unterstützt. Chemiewaffenangriffe und Drohnenterror, Terror gegen die Opposition und die Abschaffung demokratischer Rechte sind für sie dort kein Problem, weil das Erdogan-Regime ein wichtiger Kooperationspartner ist.

In einer Zeit, in der der Kapitalismus immer tiefer in seinen hausgemachten Krisen versinkt und neue Verteilungskämpfe entbrennen soll Deutschland nun international mit neuer Stärke auftreten. Deswegen die aktive Beteiligung am NATO-Krieg, deswegen die Aufrüstung des Militärs und die massiven Werbekampagnen für die Bundeswehr

Dagegen wehren wir uns!

Kriege bringen den Menschen Tod, Verletzung, Hunger, soziale Entwurzelung und der gesamten Umwelt massive Zerstörung. Die Arbeiter:innen auf allen Seiten leiden unter dem Krieg.

An der Front sterben nicht etwa Politiker:innen, Konzernbosse und Generäle, sondern die einfache Bevölkerung. Es ist außerdem kein Geheimnis, dass Krieg nach Außen immer auch die Einschränkung von Freiheits- und Arbeitsrechten und politischer Opposition nach Innen bedeutet.

Wir wehren uns gegen die Brandstifter und Kriegsprofiteure vor unserer Haustüre! Es sind Waffenschmieden, wie Rheinmetall, KraussMaffei-Wegmann und Heckler & Koch. Es sind Banken und Konzerne, wie die Deutsche Bank und die Allianz. Es sind die bürgerlichen Parteien wie CDU, SPD und Grüne. Sie alle stehen der Perspektive einer solidarischen und friedlichen Welt entgegen, weil das auch den Niedergang ihrer Macht und ihrer Geschäfte bedeuten würde.

Gerade in diesen Zeiten brauchen wir jede Regung, die dem Kriegskurs der Regierung entgegentritt: Gegen den Sparkurs zugunsten der Kriegskassen, gegen die Machenschaften der Rüstungsindustrie und gegen Bundeswehrpropaganda! Am Antikriegstag werden wir bundesweit auf die Straßen gehen und Zeichen setzen.

Die Grenze verläuft nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen oben und unten!

Schluss mit den Kriegen der Herrschenden! Für Klassenkampf und internationale Solidarität!

Beteiligt euch an den lokalen Aktivitäten!

Am 1.09.2023  17.00 Uhr ZOB Magdeburg 

Auswertung: Kundgebung vor der Lebenshilfe-Werkstatt 17.7.23

Am Montag, den 17. Juli 2023 führten wir, von der Sozialrevolutionären Offensive, unsere zweite Kundgebung für eine menschenwürdige Bezahlung der Angestellten in den sogenannten Lebenshilfe-Werkstätten durch. Diesmal protestierten wir vor der Werkstatt am Westring 36 in Stadtfeld West. Mit 7 Menschen positionierten wir uns vor dem Eingang des Geländes und hingen unser Transparent an den Zaun, der das Werkstattareal umzäunt. Während wir unsere Musikbox aufbauten, kamen 3 Männer auf uns zu, welche besorgt schauten und telefonierend unser Transparent begutachteten, und sagten wir dürften das Transparent nicht an den Zaun hängen, da dies Privatgelände sei. Es ist klar, dass die Werkstattbetreiber es nicht gerne sehen, wenn wir ihre Ausbeutung und die von Ihnen gezahlten Löhne anprangern, da das ihre Profite gefährdet.  Wir lassen uns von so etwas natürlich nicht einschüchtern und haben unsere Kundgebung abgehalten.  Musik wurde abgespielt, Redebeiträge gehalten und Parolen gebrüllt. 5 Jugendliche, die dort vorbeiliefen, interessierten sich für unsere Kundgebung. Als wir erklärten warum wir da sind, kommentierten sie, dass die Bezahlung „ja ehrenlos“ sei und solidarisierten sich mit uns indem sie bis zum Ende der Kundgebung bei uns blieben. Als wir zwei Hausmeistern der Werkstatt sagten, warum wir da sind, fanden auch sie, dass unsere Forderungen mehr als berechtigt sind. Eine Beschäftigte, die zu ihrem Feierabend das Gelände verließ, kommentierte unser Anliegen damit, dass es gut wäre, wenn es klappt. Auch Passanten, an welche Flugblätter verteilt wurden, kommentierten, dass es ein sehr wichtiges Thema sei. Ein paar Beschäftigte in ihrer Raucherpause nahmen einen Stapel Flugblätter an und meinten, sie werden sie drinnen an ihre Kolleg:innen verteilen.
Die Resonanz zu dieser zweiten Kundgebung war also sehr gut. Aber der erzeugte Druck muss noch wachsen bis die Löhne steigen und dies wird nur möglich sein, wenn wir mit den Beschäftigten in einem Austausch treten und einen tatsächlichen Kampf für höhere Löhne beginnen. Helft uns bei dem Kampf gegen die sklavenänhlichen Löhne, welche in den Werkstätten gezahlt werden.

Auch Menschen mit Handicap haben ein Recht auf Gleichberechtigung!
Sie brauchen keine Beschützer:innen, sie brauchen gleiche Rechte!

Gegen die Diktatur der Banken und Konzerne – Für Frieden, Freiheit und Sozialismus!

Redebeitrag von der Kundgebung vor der Uni-Klinik Magdeburg am 16.6.2023

Wir sind heute als Sozialrevolutionäre Offensive hier vor dem Uniklinikum Magdeburg um:

– gegen das Krankenhaussterben aufgrund kapitalistischer Profitlogik zu protestieren;

– uns mit den Beschäftigten zu solidarisieren, welche für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen kämpfen;

– mit Menschen in Kontakt zu treten, welche dieses Problem auch sehen und mit ähnlichen Initiativen angefangen haben sich zu wehren, um uns mit diesen auszutauschen und zu vernetzen.

Die Thematik der heutigen Kundgebung ist nur ein Teil der Kampagne, mit welcher wir versuchen uns gegen die Abwälzung der kapitalistischen Krise durch Politiker und Lobbyisten auf uns ArbeiterInnen und Arbeitslose zu wehren. Dies ist die zweite Kundgebung vor einem Krankenhaus, denn die seit 2002 umgesetzte Agenda 2010 hat u.a. den Krankenhäusern eine profitorientierte Arbeitsweise auferlegt, welche den Eliten Reichtum verschafft und uns immer weiter wachsende Probleme in der Gesundheitsversorgung bringt. Viele labern, am meisten die Politiker und Journalisten, um einen sehr deutlichen Fakt zu verschleiern: Die Sparmaßnamen haben viele Leittragende, aber auch eine kleine Zahl an Profiteuren. Die Leittragenden sind wir, alle, die nicht mit Kohle geboren wurden, und unsere Familien, welche wir durch unsere Löhne finanzieren. Und die Profiteure, die die sich in ihren Familien Vermögen weitervererben, welches sie sich durch das auspressen unserer Klasse, Generation über Generation ergaunert haben. Wenn wir nicht vernünftig versorgt werden, riskieren wir unsere Gesundheit! Wenn sie nicht den letzten Cent aus uns herauspressen, dann können sie nicht in Saus und Braus leben. Wenn die da oben sagen es ist gut für Deutschland, meinen sie damit ihre Konten und nicht die Menschen, die in Deutschland leben. Das ist genau worum es geht bei Preissteigerungen, Teuerungen, Inflation, Krisen und Verschärfungen. Jedes Mal, wenn die Kosten und Probleme im kapitalistischen Krisenkreislauf steigen, werden diese auf uns ProletarierInnen abgewälzt und sichern damit den Status Quo dieser Gesellschaft. Also fließt die Kohle nach oben und die Scheiße nach unten, auf unsere Köpfe. Wir sind heute hier, um klar zu machen, dass es nicht sein kann, dass das Krankenhauspersonal so schlecht bezahlt wird, dass sie genötigt werden einen Job bei privaten Firmen zu suchen, weil diese besser bezahlen. Diese privaten Firmen vermitteln dann das selbe Personal teurer an die selben Krankenhäuser. Das Ergebnis von der Agenda 2010 und der damit eingeführten DRGs auf die Gesundheitsversorgung sehen wir in geschlossenen Krankenhäusern und überarbeitetem und unterbezahltem Personal. Dadurch wurden in den letzten 30 Jahren ein Viertel aller Krankenhäuser geschlossen, in der Pädiatrie sogar etwas mehr als ein Fünftel und über 50% der Kreißsäle wurden geschlossen. Und das obwohl sich die Beschäftigten von mehreren Standorten dagegen wehrten. Die Reduktion betraf dabei die öffentlichen und frei gemeinnützigen Träger, während die privaten Häuser ihre Kapazitäten immer weiter ausbauen können. Während der Corona Kriese, als das überbelastete Personal noch mehr Stemmen musste vorderten Politiker uns auf für das Medizinische Personal zu Klatschen während sie gleichzeitig die situation für diese Menschen verschlechterten. Auch die von Karl Lauterbach angekündigte Reform wird das, was sie eigentlich selbst kritisiert, weiter ausbauen. Denn neue Vergütungsmodelle wie die tagesstationäre Behandlung und Hybrid-DRGs bedeuten einen zusätzlichen Bürokratieaufwand, der das Krankenhauspersonal weiter belasten wird. Die Vergütung der Krankenhäuser soll an neu einzuführende Leistungsgruppen gekoppelt werden. Dazu schlägt die Kommission eine weitreichende Ambulantisierung der Versorgung vor Ort vor. Und das bedeutet weitere Krankenhausschließungen und großen Krankenhäuser, die sich auf wenige Standorte konzentrieren. Das Krankenhaussterben ist nicht auf Sachsen-Anhalt beschränkt, trifft aber auch unsere Region sehr hart. So ist z.B. die Zahl der Betten in der Kindermedizin zwischen 1991 und 2019 von 3.050 auf 1.236 gesunken, was ein Minus von 59,5% bedeutet. Am 1. Mai wurde die Kinderklinik in Zeitz geschlossen. Genau an dem Tag als die Polizei mit einem riesigen Aufgebot versuchte unsere 1. Mai-Proteste einzuschüchtern, wo gegen genau diese Probleme, wie Krankenhausschließungen, aber auch allgemein die Abwälzung von Inflation, Teuerung usw. auf uns protestiert wurde. Hier sehen wir wie Sparen und Knüppel sich ergänzen. Für Eltern und Kindern heißt diese Schließung, dass sie ins thüringische Gera, nach Weißenfels oder Naumburg fahren müssen. Mehr Belastung für alle, wegen den Profitgier der Herrschenden. Auch die Kinder-Intensivstation im Uniklinikum, vor dem wir gerade stehen, musste genau wie die Kinderstatio in Schönebeck wegen Ärztemangel geschlossen werden. Selbst der Leiter der Kinder- und Jugendkliniken und Chef der Kinderklinik am Städtischen Klinikum Magdeburg, Dr. Matthias Heiduk schlägt Alarm. Er sagte selbst: „Es drohen zunehmende Versorgungsengpässe, wenn weiter Kinder- und Jugendkliniken schließen“. Wenn wir nicht genügend Druck auf die Entscheidungsträger aufbauen, damit das Wohl der BürgerInnen in Deutschland über den Profiten der Reichen steht, wird es noch schlimmer werden. Wie schlimm es jetzt schon ist, sehen wir bei all den Menschen, die trotz akuter gesundheitlicher Probleme nicht behandelt werden können, von Krankenhäusern abgewiesen werden, keine Rettungswägen erreichen oder in weit entfernte Krankenhäuser gefahren (teilweise auch privat, ohne Krankenwagen) oder geflogen werden müssen. Wie viele Menschen werden darunter leiden, wenn in Deutschland nur noch ein paar zentralisierten Krankenhäuser existieren. Lasst uns keine Fragen, sondern Forderungen stellen. Die Entscheidungsträger werden von uns bezahlt und gewählt. Wenn die Interessen der Lobbyisten mehr wiegen als unsere, dann müssen wir sie spüren lassen, dass wir das nicht akzeptieren. Gesundheitsversorgung kann und darf kein Luxus sein!

Auswertung: Kundgebungen „Gesundheit ist keine Ware!“

Am Freitag, den 21. April 2023, führten wir eine Kundgebung vor der Pfeifferischen Stiftung durch. Dies war derAuftakt der Sozialrevolutionären Offensive Magdeburg. Die Kundgebung vereinte zwei Themen unser Kampagne, das Thema der profitorientierten Krankenhäuser oder besser gesagt Gesundheitsversorgung und dem damit verbunden Krankenhaussterben sowie der Unterbezahlung von Menschen mit Handicap in den Lebenswerkstätten.
In der Vorbereitung war die Mutter einer Betroffenen involviert. Mit selbsgebastelten Schildern unterstüzten sie uns vor Ort mit ihrer Familie.
Desweiteren solidarisierten sich spontan zwei Mitarbeiterinnen der Lebenswerkstatt mit unserer Aktion und stellten sich zu uns mit einem eigenen Banner. So waren insgesamt 17 Menschen an userer Kundgebung beteiligt. Durch das Verteilen von Flugblättern machten wir auf unser Anliegen aufmerksam, stellten unsere Forderungen und kamen außerdem ins Gespräch mit den Mitarbeiter:innen. Aus unserer Sicht war die Aktion ein Erfolg, auf dem wir aufbauen können. Wir schafften es mit Menschen in Kontakt zu treten, welche versuchen sich gegen die Probleme des Kapitalismus zu wehren. Unser Ziel ist es, gerade den proletarischen Widerstand zu sammeln und zu vereinen, um dadurch unseren Forderungen besser Gehör zu verschaffen. Das bestätigte eine Mitarbeiterin vor Ort mit den Worten „Bis jetzt war ich eine Einzelkämpferin“. In der Hoffnung, dass weitere Aktionen so eine gute Resonanz bekommen, planen wir unsere nächsten Schritte.
Die Ankündigungen für die nächsten Kundgebungen werden folgen.

Am 16. Juni 2023 führten wir unsere zweite Kundgebung zum Thema „Gesundheit ist keine Ware“ im Rahmen der Kampagne der Sozialrevolutionären Offensive durch. Diese fand diesmal vor dem Uniklinikum in Reform statt. Mit 7 Genoss:innen positionierten wir uns mit unserem Transparent vor dem Eingang, spielten Musik, verteilten Flyer, verlasen unsere Redebeiträge und suchten das Gespräch mit den Beschäftigten und Besucher:innen des Krankenhauses. Die Redebeiträge beschäftigten sich mit dem bundesweiten Krankenhaussterben, den Auswirkungen dessen auf die Menschen in Sachsen-Anhalt im Allgemeinen und auf das Krankenhaus in Reform im Spezifischen. Der Beitrag der Genossin des frauenkampftag-sfo thematisierte ihre Arbeitssituation als Auszubildende in der Pflege und die Probleme, welche die kapitalistische Verwertungslogik dort produzierte. Wir verteilten 50 Flugblätter, welche aber zu wenig waren, da sie ziemlich schnell alle waren. Wir haben also wieder klar gesehen, dass diese Thematik für Menschen wichtig ist. Gerade ältere Menschen fanden es sehr gut, dass jemand etwas zu dem Thema macht und dass sie auf eine Änderung hoffen, während jüngere Menschen kommentierten, dass es doch normal ist schlecht bezahlt zu werden. Haben ältere Menschen ihre Ausbeutung mehr satt oder jüngere Menschen die Hoffnung auf Veränderung verloren? Schwer zu sagen. Wir hoffen aber, dass unsere Initiativen es schaffen der Resignation entgegenzutreten, welche sich durch Jahre des neoliberalen Vormarsches entwickelt hat. Längere Gesprache und Diskussionen entstanden mit einem Krankenhausmitarbeiter und einem interessierten Passanten. Was sich klar gezeigt hat, ist, dass die Kundgebungen vor den Krankenhäusern zwar eine gute Idee sind, aber wir mit den Beschäftigten eine Front gegen das Krankenhaussterben und gegen die profitorientierte Gesundheitsversorgung aufbauen müssen, wenn wir wirklich Veränderungen in diesem Thema erreichen möchten. Wir bleiben selbstverständlich an dem Thema dran und hoffen, dass ihr euch an unseren nächsten Kundgebungen vor dem Krankenhaus, am Freitag den 25. August 2023 in Olvenstädt beteiligt, wenn euch das Thema unter den Fingernägeln brennt.

Auch Menschen mit Handicap haben ein Recht auf Gleichberechtigung!
Sie brauchen keine Beschützer:innen, sie brauchen gleiche Rechte!

Gesundheit ist keine Ware – Gesundheitswesen in öffentliche Hand!

Solidarität mit den Streiks des öffentlichen Dienstes!

Gegen die Diktatur der Banken und Konzerne – Für Frieden, Freiheit und Sozialismus!

#4 129, das kennen wir schon!

Der Paragraf 129 hat eine lange Geschichte…
Darum gibt es in dieser Folge einen Abriss darüber. Zu Gast ist Walter vom Netzwerk für alle politischen Gefangenen Magdeburg. Mit ihm reden wir über die Entwicklung des Paragrafen, seine Durchsetzung als Mittel der Einschüchterung und Auswirkungen.

 

#3 Feind und Täter – Ein Abriss der hiesigen Regierung!

Der 1. Mai ist vorüber. Aber der Kampf gegen den Kapitalismus bleiben aktuell!
In dieser Folge wird in einem Gastbeitrag von Benjamin mit einigen Personalien der momentanen Bundesregierung abgerechnet. Außerdem werten wir das Geschehene des 1. Mai aus und reden über die derzeitige Rezession sowie die 4-Tage-Woche.

Danke und viel Spaß beim Hören! 🙂

 

#2 Der 1. Mai – Vom Haymarket nach Magdeburg

Der 1. Mai ist mehr als nur ein Feiertag. Er ist der Tag der Arbeiter:innenkämpfe! Wir haben uns in dieser Folge mit den historischen Hintergründen auseinandergesetzt und uns angeschaut, wie der 1. Mai heute wahrgenommen wird. Außerdem reden wir darüber, wieso es wichtig ist am 1. Mai bzw. generell auf die Straße zu gehen – zu demonstrieren und zu streiken – um für die Rechte unserer Klasse zu kämpfen und uns von unseren Unterdrückern zu befreien. Dieses mal haben wir zwei Gäste dabei. Danke an Benjamin und Karla!

#1 Inflation und Teuerung – Die Krise im Blick

Wir sind auf die Bürger:innen Magdeburgs zugegangen und haben uns mit ihnen über die Inflation und die Teuerungen unterhalten.
Was sie berichteten, könnt ihr in der Debüt-Episode des neuen Podcasts „Das Leben ist zu teuer!” hören, welcher sich an die lokale Kampagne der sozialrevolutionären Offensive angliedert.